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Statische Website vs. WordPress: Was ist besser für Ihr KMU?

Von Andrin Leuch Aktualisiert: 1. Juli 2026 8 Min. Lesezeit

Beide Ansätze sind gut, aber für unterschiedliche Bedürfnisse. Eine statische Website besteht aus fertigen HTML-Dateien. Sie ist schnell, sehr sicher und günstig im Unterhalt, lässt sich aber ohne technische Kenntnisse kaum selbst ändern. WordPress ist ein Content-Management-System: Sie pflegen Texte und Bilder selbst im Browser, dafür braucht es regelmässige Updates und mehr Wartung.

Für ein kleines KMU mit einer Visitenkarten-Website, die selten ändert – etwa Coiffeur, Handwerker oder Beiz – ist eine statische Website meist die bessere Wahl. Wer oft selbst News, einen Blog oder ein grösseres Angebot pflegen will, ist mit WordPress besser bedient. Es gibt kein pauschales «besser». Entscheidend ist, wie oft Sie Inhalte ändern und wie viel Sie selbst machen möchten.

Was ist der Unterschied? (einfach erklärt)

Eine statische Website besteht aus vorgefertigten HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien. HTML ist die Sprache, in der Webseiten aufgebaut sind. «Statisch» heisst: Jede Seite ist eine fertige Datei, die der Server unverändert an den Browser ausliefert. Es gibt keine Datenbank und keinen serverseitigen Programmcode.

WordPress ist ein Content-Management-System, kurz CMS. Ein CMS ist eine Software, mit der Sie Inhalte im Browser verwalten, ohne Code zu schreiben. WordPress baut jede Seite bei Bedarf frisch zusammen: Es holt Texte und Bilder aus einer Datenbank und setzt sie mit PHP – einer serverseitigen Programmiersprache – zur fertigen Seite zusammen.

Der Kernunterschied liegt also in der Technik dahinter. Bei WordPress ändern Sie Texte und Bilder über einen Editor im Browser selbst. Eine statische HTML-Website erfordert dagegen für fast jede Änderung das direkte Bearbeiten der Code-Dateien. Deshalb ist dafür meist eine Entwicklerin oder ein Entwickler nötig.

WordPress ist mit Abstand das meistgenutzte CMS der Welt. Es wird von 59,2 Prozent aller Websites mit bekanntem CMS eingesetzt, was 41,5 Prozent aller Websites entspricht (Stand 1. Juli 2026, laut W3Techs). Diese Verbreitung ist ein Vorteil: Es gibt viele Erweiterungen, Vorlagen und Fachleute. Für ein KMU heisst grosse Verbreitung aber nicht automatisch «richtig für mich».

Statische Website: Vorteile und Nachteile

Eine statische Website spielt ihre Stärken bei kleinen, überschaubaren Auftritten aus. Weil nur fertige Dateien ausgeliefert werden und nichts serverseitig läuft, ist sie schnell, robust und schlank.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Sehr hohe Sicherheit: Keine Datenbank, kein serverseitiger Code. Dadurch entfallen ganze Angriffsklassen wie SQL-Injection, PHP-Exploits und Brute-Force-Angriffe auf eine Login-Seite.
  • Hohe Geschwindigkeit: Ohne Datenbankabruf und PHP-Verarbeitung liefert der Server die Seite direkt aus. Das ist gerade auf dem Handy und bei schwacher Verbindung spürbar.
  • Wenig Wartung: Weil serverseitig nichts ausgeführt wird, entfällt der laufende Bedarf an Sicherheits-Patches für CMS, Plugins und Themes.
  • Günstiger Betrieb: Fertige Dateien lassen sich sehr einfach und kostengünstig hosten.

Der grösste Nachteil betrifft die Pflege. Ohne HTML-Kenntnisse können Sie Inhalte kaum selbst ändern. Für neue Texte, Bilder oder Seiten brauchen Sie in der Regel Ihre Agentur. Wer täglich oder wöchentlich selbst Inhalte veröffentlichen will, stösst hier schnell an Grenzen.

Ein zweiter Punkt: Eine statische Website hat kein «null» Sicherheitsrisiko. Formulare, eingebundene Fremd-Skripte oder das Hosting selbst können weiterhin Angriffspunkte sein. Die Angriffsfläche ist aber deutlich kleiner als bei einem CMS.

WordPress: Vorteile und Nachteile

WordPress ist stark, wenn Sie viele Inhalte selbst und regelmässig pflegen. Der Editor im Browser macht Sie unabhängig: Sie ändern Texte, tauschen Bilder aus und legen neue Seiten an, ohne Code anzufassen.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Selbstpflege ohne Code: Sie loggen sich ein und bearbeiten Inhalte direkt im Browser.
  • Grosse Auswahl: Über Plugins – kleine Zusatzprogramme – erweitern Sie WordPress um Funktionen wie Formulare, Shops oder Terminbuchung.
  • Viele Fachleute: Wegen der weiten Verbreitung finden Sie leicht Unterstützung und Vorlagen.
  • Gut für wachsende Inhalte: Blog, News-Bereich oder viele Unterseiten lassen sich sauber verwalten.

Der grösste Nachteil ist der Wartungsaufwand. WordPress braucht regelmässige Updates von Kern, Themes und Plugins, dazu Backups und Sicherheitspflege. Vernachlässigen Sie das, wird die Seite zum Risiko.

Genau hier liegt auch das Sicherheitsthema. 2024 wurden im WordPress-Ökosystem 7'966 neue Sicherheitslücken entdeckt. Davon stammten rund 96 Prozent aus Plugins und 4 Prozent aus Themes. Im WordPress-Kern selbst wurden nur 7 Lücken gefunden – weniger als 0,1 Prozent, keine davon mit weitreichender Bedrohung (Quelle: Patchstack, State of WordPress Security 2025).

Die Lehre daraus ist klar: WordPress selbst ist nicht unsicher. Das Risiko entsteht fast ausschliesslich durch Plugins und fehlende Updates. Jedes installierte Plugin ist ein potenzielles Einfallstor. Viele Erweiterungen werden nicht mehr gepflegt und enthalten dann ungepatchte Lücken. Wer WordPress betreibt, muss die Wartung ernst nehmen – selbst oder über einen Wartungsvertrag.

Tipp: Installieren Sie bei WordPress nur Plugins, die Sie wirklich brauchen, und nur solche, die laufend gepflegt werden. Jedes ungenutzte oder verwaiste Plugin vergrössert die Angriffsfläche unnötig.

Vergleich: Geschwindigkeit, Kosten, Sicherheit, SEO, Pflege

Die folgende Tabelle stellt die fünf wichtigsten Kriterien nebeneinander. Danach ordnen wir jeden Punkt kurz ein.

KriteriumStatische WebsiteWordPress
GeschwindigkeitSehr schnell, keine DatenbankGut mit Caching, sonst langsamer
Laufende KostenNiedrig, kaum WartungHöher wegen Updates und Pflege
SicherheitSehr hoch, kleine AngriffsflächeSicher nur mit konsequenten Updates
SEOSolide Basis durch TempoSehr gut möglich, saubere Umsetzung nötig
SelbstpflegeNur mit HTML-KenntnissenEinfach im Browser, ohne Code

Geschwindigkeit. Auf einfachem Shared-Hosting ohne Caching lädt eine statische Seite typischerweise schneller – in der Grössenordnung von rund 150 Millisekunden – als eine WordPress-Seite mit etwa 400 bis 600 Millisekunden. Der Grund: kein Datenbankabruf und keine PHP-Verarbeitung. Mit gutem Hosting und Caching verkleinert sich dieser Unterschied jedoch stark. Diese Zahlen sind ein Richtwert aus der Praxis, keine amtliche Messung.

Kosten. In der Schweiz beginnen die laufenden jährlichen Kosten für Domain und Hosting einer einfachen Website erfahrungsgemäss ab rund CHF 300. Bei WordPress kommt Wartung dazu, deshalb liegen die laufenden Kosten oft höher. Bei den einmaligen Erstellungskosten zählt weniger die Technik als der Umfang: Seitenzahl, Design, Funktionen und Texte.

Sicherheit. Hier hat die statische Website einen strukturellen Vorteil. Ohne Datenbank und ohne Login-Seite fehlen die häufigsten Ziele. WordPress lässt sich sicher betreiben, verlangt dafür aber Disziplin bei den Updates.

SEO. Für Google zählt die tatsächliche Ladeleistung. Google bestätigt, dass die Core Web Vitals – Ladezeit, Reaktionsfähigkeit und visuelle Stabilität – Teil der Ranking-Signale sind. Sie entsprechen dem, was die Kern-Ranking-Systeme belohnen wollen. Empfohlene Schwellenwerte sind: der grösste sichtbare Ladeschritt (LCP) unter 2,5 Sekunden, die Reaktionszeit (INP) unter 200 Millisekunden und die visuelle Stabilität (CLS) unter 0,1 (Quelle: Google Search Central). Beide Ansätze können diese Werte erreichen. Entscheidend ist die saubere Umsetzung, nicht allein die Technik.

Selbstpflege. Das ist der klarste Unterschied. Bei WordPress ändern Sie Inhalte selbst im Browser. Bei einer reinen HTML-Website brauchen Sie dafür Code-Kenntnisse oder Ihre Agentur.

Statische Website oder WordPress – zwei unterschiedliche Ansätze.
Statische Website oder WordPress – zwei unterschiedliche Ansätze.

Wann ist was die richtige Wahl?

Die Entscheidung lässt sich an wenigen Fragen festmachen. Wie oft ändern sich Ihre Inhalte? Wollen Sie selbst pflegen? Wie wichtig sind Ihnen Tempo, Sicherheit und tiefe Betriebskosten?

Eine statische Website passt gut, wenn:

  • Sie eine digitale Visitenkarte brauchen: Leistungen, Öffnungszeiten, Kontakt.
  • sich die Inhalte selten ändern, etwa ein- bis zweimal im Jahr.
  • Ihnen Geschwindigkeit, Sicherheit und geringe Wartung wichtig sind.
  • Sie die Pflege ohnehin an eine Agentur geben möchten.

WordPress passt besser, wenn:

  • Sie regelmässig selbst Inhalte veröffentlichen, etwa einen Blog oder News.
  • Sie viele Seiten oder ein wachsendes Angebot verwalten.
  • Sie besondere Funktionen brauchen, zum Beispiel einen Online-Terminkalender.
  • Sie die Wartung übernehmen oder einen Wartungsvertrag abschliessen.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Coiffeursalon in Frauenfeld braucht eine schlichte Website mit Leistungen, Preisliste, Öffnungszeiten und einem Kontaktformular. Die Inhalte ändern sich höchstens ein- bis zweimal im Jahr. Eine statische Website ist hier ideal: schnell auf dem Handy, sehr sicher, kaum Wartung. Würde der Salon dagegen einen wöchentlichen Blog mit Frisurentipps und einen Online-Terminkalender selbst pflegen wollen, wäre WordPress die passendere Grundlage.

Die Empfehlung von causa logic für KMU

Für die meisten kleinen Schweizer KMU empfehlen wir eine statische Website. Der Grund ist einfach: Ein typischer Handwerks-, Gastro- oder Dienstleistungsbetrieb braucht vor allem eine schnelle, sichere und gepflegte Visitenkarte. Genau das leistet eine statische Website ohne laufenden Wartungsstress.

WordPress empfehlen wir dann, wenn die Selbstpflege im Vordergrund steht. Wollen Sie regelmässig selbst schreiben, viele Seiten führen oder besondere Funktionen einbauen, ist das CMS die richtige Grundlage. Wichtig ist in diesem Fall ein klarer Plan für Updates und Backups – sonst kippt der Vorteil in ein Sicherheitsrisiko.

Lassen Sie sich von der Verbreitung von WordPress nicht unter Druck setzen. Dass 41,5 Prozent aller Websites WordPress nutzen, macht es nicht automatisch zur richtigen Wahl für Ihren Betrieb. Entscheidend ist Ihr konkreter Bedarf, nicht der Marktanteil. Und: Es gibt keine pauschalen Fixpreise. Jede Website ist individuell, deshalb sollten Sie sich immer eine konkrete Offerte geben lassen.

Unsicher, was zu Ihrem Betrieb passt? In einem kurzen Gespräch klären wir gemeinsam, wie oft Sie Inhalte ändern und was Sie selbst machen möchten – und leiten daraus die passende Lösung ab. Vertiefende Hilfe bieten unsere Leitfäden zum Website erstellen lassen und zu den Kosten einer Website.

Häufige Fragen

Statische Website oder WordPress – was ist für ein kleines KMU besser?

Das hängt von Ihrem Bedarf ab. Möchten Sie hauptsächlich eine digitale Visitenkarte mit Angebot, Öffnungszeiten und Kontakt, die selten ändert, ist eine statische Website meist die bessere Wahl: schnell, sehr sicher und günstig im Unterhalt. Wollen Sie regelmässig selbst News, einen Blog oder viele Seiten pflegen, ist WordPress praktischer, weil Sie ohne Code selbst Inhalte ändern können. Für viele Coiffeure, Handwerker oder Beizen reicht eine statische Website vollkommen.

Ist eine statische Website wirklich sicherer als WordPress?

In der Regel ja. Eine statische Website hat keine Datenbank und keinen serverseitigen Code. Dadurch entfallen ganze Angriffsklassen wie SQL-Injection oder Brute-Force-Angriffe auf eine Login-Seite. Bei WordPress stammten 2024 rund 96 Prozent der über 7'900 gemeldeten Sicherheitslücken aus Plugins, nur 7 aus dem WordPress-Kern selbst. WordPress kann sicher betrieben werden, verlangt aber konsequente Updates von Kern, Themes und Plugins.

Kann ich bei einer statischen Website selbst Texte und Bilder ändern?

Nur eingeschränkt. Ohne HTML-Kenntnisse müssen Sie für Änderungen meist Ihre Agentur oder eine Entwicklerin beauftragen, da direkt die Code-Dateien angepasst werden. Bei WordPress loggen Sie sich ein und ändern Inhalte über einen Editor im Browser selbst. Wenn Selbstpflege für Sie wichtig ist, sprechen Sie das vor dem Projekt an – manche statische Lösungen bieten heute auch einfache Redaktionsoberflächen an.

Ist WordPress schlecht für Google und die Ladezeit?

Nein, nicht grundsätzlich. Eine statische Seite hat auf einfachem Hosting einen Geschwindigkeitsvorteil, weil kein Datenbankabruf nötig ist. Mit gutem Hosting und Caching kann WordPress aber ähnlich schnell sein. Für Google zählt vor allem die tatsächliche Ladeleistung: Die Core Web Vitals sind ein Ranking-Signal, mit Zielwerten wie unter 2,5 Sekunden für den grössten sichtbaren Ladeschritt. Entscheidend ist die saubere Umsetzung, nicht allein die Technik.

Verursacht WordPress höhere laufende Kosten als eine statische Website?

Meistens ja. WordPress braucht regelmässige Updates von Kern, Themes und Plugins, Backups und Sicherheitspflege – das verursacht laufenden Aufwand oder Wartungskosten. Eine statische Website muss nicht laufend gepatcht werden, weil serverseitig nichts ausgeführt wird. In der Schweiz beginnen die jährlichen Grundkosten für Domain und Hosting einer einfachen Website ab rund CHF 300; WordPress-Wartung liegt oft darüber.

Was kostet eine Website in der Schweiz für ein KMU?

Als grobe Marktspanne: Eine einfache KMU-Website mit wenigen Seiten kostet in der Schweiz meist zwischen CHF 900 und rund CHF 6'000, ein One-Pager ab etwa CHF 500. Umfangreichere, professionelle Websites liegen häufig zwischen CHF 7'500 und CHF 25'000. Stundenansätze von Agenturen bewegen sich zwischen CHF 120 und CHF 250. Die genaue Höhe hängt von Seitenzahl, Design, Funktionen und Inhaltserstellung ab – lassen Sie sich immer eine konkrete Offerte geben. Mehr dazu in unserem Ratgeber Was kostet eine Website?.

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Artikel von Andrin Leuch, causa logic · Schweizer Digital-Agentur für KMU. Zuletzt aktualisiert: 1. Juli 2026. Mehr über Causa