Mehr Google Bewertungen bekommen: 7 Methoden die wirklich funktionieren
Sie bekommen mehr Google-Bewertungen, indem Sie zufriedene Kundinnen und Kunden aktiv und persönlich darum bitten und ihnen das Bewerten so einfach wie möglich machen. Google erlaubt das ausdrücklich und stellt dafür einen kurzen Bewertungslink und einen QR-Code bereit. Diese teilen Sie auf Quittungen, in E-Mails, per WhatsApp oder auf einem Aufsteller an der Theke.
Verboten sind hingegen Anreize wie Rabatte oder Geschenke im Tausch gegen eine Bewertung. Ebenso verboten ist das gezielte Filtern, bei dem Sie nur zufriedene Kunden um eine Bewertung bitten. Wer zusätzlich regelmässig und freundlich auf Bewertungen antwortet, zeigt, dass ihm das Feedback seiner Kundschaft wichtig ist. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die sieben wirksamsten Methoden, die typischen Fehler und die rechtlichen Grenzen in der Schweiz.
Inhalt
Warum Bewertungen Ihr wichtigstes Kapital sind
Bevor jemand bei Ihnen kauft, schaut er sich um. Eine Studie der Zürcher Agentur Xeit aus dem Jahr 2021 zeigt: 99 Prozent der Schweizer Befragten informieren sich vor dem Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung im Internet. 82 Prozent recherchieren sogar vor nahezu jedem Kauf online, gegenüber 79 Prozent im Vorjahr. Die Befragung umfasste 1'028 Personen und war demografisch an die Schweizer Bevölkerung angeglichen. Wichtig zu wissen: Diese Zahl misst das Informieren allgemein, nicht ausschliesslich das Lesen von Bewertungen.
Bewertungen sind aber ein zentraler Teil dieser Recherche. Für ein lokales Unternehmen sind sie oft das Erste, was potenzielle Kundinnen und Kunden sehen: die Sternezahl direkt neben Ihrem Namen in der Google-Suche und auf der Karte. Ein Google-Unternehmensprofil (früher Google My Business) ist das kostenlose Profil, das Ihr Geschäft bei Google und in Google Maps darstellt.
Bewertungen wirken nicht nur auf Menschen, sondern auch auf Google selbst. Laut Google können mehr Bewertungen und positive Ratings die lokale Platzierung eines Unternehmens verbessern. Sie zählen zum Ranking-Faktor «Prominenz», also dazu, wie bekannt und relevant Ihr Betrieb erscheint. Mehr echte Bewertungen bedeuten damit zweierlei: mehr Vertrauen bei den Menschen und ein Signal an Google, dass Ihr Geschäft aktiv und gefragt ist.
Wie stark einzelne Sterne wirken, zeigt eine US-Erhebung des Anbieters BrightLocal aus dem Jahr 2026 mit 1'002 erwachsenen US-Konsumenten. Dort lasen 97 Prozent der Befragten Bewertungen zu lokalen Unternehmen, und 68 Prozent verlangten mindestens 4 von 5 Sternen, bevor sie ein Geschäft überhaupt in Betracht zogen. Diese Werte stammen aus den USA und lassen sich nicht 1:1 auf die Schweiz übertragen. Sie zeigen aber deutlich, welchen Stellenwert Bewertungen im Kaufprozess einnehmen.
Die 7 wirksamsten Methoden
Die gute Nachricht: Sie müssen nichts Verbotenes tun, um mehr Bewertungen zu erhalten. Google erlaubt es Unternehmen ausdrücklich, ihre Kundschaft um Bewertungen zu bitten, und stellt die passenden Werkzeuge selbst bereit. Die folgenden sieben Methoden bauen alle auf dem gleichen Prinzip auf: aktiv, persönlich und ehrlich fragen und den Weg zur Bewertung so kurz wie möglich halten.
1. Persönlich und im richtigen Moment fragen
Die wirksamste Methode kostet nichts: Fragen Sie direkt. Am besten dann, wenn die Kundin oder der Kunde gerade zufrieden ist – nach einem gelungenen Termin, einer erfolgreichen Reparatur oder einem guten Gespräch. Eine kurze, ehrliche Bitte wirkt stärker als jede automatisierte Nachricht. Wichtig: Fragen Sie alle gleich, nicht nur die sichtlich Zufriedenen.
2. Den Google-Bewertungslink teilen
Google stellt in Ihrem Unternehmensprofil einen kurzen Bewertungslink bereit. Diesen Link können Ihre Kundinnen und Kunden aufrufen und landen direkt im Bewertungsfenster. Teilen Sie den Link dort, wo Sie ohnehin mit Ihrer Kundschaft in Kontakt sind: in einer Dankes-E-Mail, am Ende eines Chats oder per WhatsApp und Facebook.
3. Einen QR-Code einsetzen
Neben dem Link stellt Google auch einen QR-Code bereit. Ihre Kundschaft scannt ihn mit dem Smartphone und gelangt sofort zur Bewertung. Der QR-Code eignet sich hervorragend für gedruckte Aushänge im Laden, für einen Aufsteller an der Kasse oder für die Rückseite einer Visitenkarte. Beachten Sie: Der QR-Code lässt sich nur über einen Computer-Browser erzeugen, nicht in der App.
4. Den Link auf die Quittung drucken
Wer eine Quittung oder Rechnung erhält, hat den Kauf gerade abgeschlossen – ein guter Moment für eine Bewertung. Drucken Sie den kurzen Bewertungslink oder den QR-Code direkt auf den Beleg. So nimmt die Kundin die Einladung mit nach Hause und kann in Ruhe bewerten.
5. Nach dem Kontakt per E-Mail oder Nachricht erinnern
Nicht jeder bewertet sofort. Eine freundliche Erinnerung ein bis zwei Tage nach dem Termin holt viele Menschen ab, die es im Alltag vergessen haben. Formulieren Sie die Nachricht persönlich, bedanken Sie sich für den Besuch und fügen Sie den Bewertungslink ein. Wichtig ist, dass Sie niemanden drängen und keinen bestimmten Inhalt verlangen.
6. Die Bewertung so einfach wie möglich machen
Jeder zusätzliche Klick kostet Bewertungen. Verlangen Sie keine Anmeldung über Umwege, sondern führen Sie direkt zum Bewertungsfenster. Der kurze Link und der QR-Code aus dem Profil erledigen genau das. Je weniger Aufwand nötig ist, desto mehr Menschen ziehen die Bewertung tatsächlich durch.
7. Auf jede Bewertung antworten
Antworten ist selbst eine Methode, mehr und bessere Bewertungen zu erhalten. Wenn Sie sichtbar auf Feedback reagieren, sehen andere, dass Ihnen die Meinung Ihrer Kundschaft wichtig ist. Das ermutigt weitere Menschen, ebenfalls etwas zu schreiben. Mehr dazu weiter unten im eigenen Abschnitt.
Tipp: Den Bewertungslink und den QR-Code finden Sie in Ihrem Google-Unternehmensprofil im Bereich Rezensionen. Erstellen Sie den QR-Code am Computer, drucken Sie ihn einmal sauber aus und legen Sie ihn gut sichtbar auf – so haben Sie ein dauerhaftes Werkzeug, das immer wieder Bewertungen bringt.
So sieht das in der Praxis aus
Ein kleiner Coiffeursalon in Rapperswil-Jona möchte mehr Google-Bewertungen. Am Empfang steht ein kleiner Aufsteller mit dem QR-Code aus dem Google-Unternehmensprofil. Nach dem Schnitt sagt die Coiffeuse persönlich: «Wenn Ihnen der Schnitt gefallen hat, würde uns eine kurze Google-Bewertung sehr helfen – einfach hier scannen.» Auf der Quittung ist derselbe Kurzlink gedruckt.
Entscheidend ist, wie fair der Salon dabei vorgeht: Es werden alle Kundinnen und Kunden gleich gefragt, kein Rabatt versprochen. Der Inhaber antwortet innert weniger Tage freundlich und persönlich auf jede Bewertung – auch auf kritische, die er sachlich zur Klärung per Telefon einlädt. So wächst die Zahl echter Bewertungen stetig, ganz ohne verbotene Tricks.
Was Sie nicht tun sollten
Beim Sammeln von Bewertungen gibt es klare Grenzen. Wer sie überschreitet, riskiert, dass Google Bewertungen entfernt oder das Profil einschränkt. In der Schweiz kommt das Wettbewerbsrecht dazu. Diese Praktiken sind tabu:
- Anreize bieten. Kostenlose oder vergünstigte Waren oder Dienstleistungen im Tausch gegen eine Bewertung gelten laut Google als gefälschtes Engagement und sind strikt verboten. Das gilt auch für scheinbar harmlose Gesten wie einen Gratis-Kaffee oder einen kleinen Rabatt.
- Nur Zufriedene fragen (Review-Gating). Es ist verboten, negative Bewertungen zu unterbinden oder gezielt nur positive Bewertungen einzuholen. Sie dürfen also nicht vorab per Umfrage filtern und dann nur die Zufriedenen zur Google-Bewertung schicken.
- Bewertungen kaufen oder tauschen. Gekaufte, in Sachwerten bezahlte oder getauschte Bewertungen sind untersagt. Ebenso verboten sind Bewertungen aus einem Interessenkonflikt, etwa durch eigene Mitarbeitende über den eigenen Betrieb.
- Menschen drängen oder Inhalte vorschreiben. Sie dürfen Nutzer nicht dazu verpflichten, vor Ort eine Bewertung abzugeben, und keinen bestimmten Inhalt verlangen. Erlaubt ist nur, echte Erfahrungen anzuregen.
In der Schweiz gilt zusätzlich das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Nach Art. 3 Abs. 1 lit. b handelt unlauter, wer über sich, seine Firma oder seine Leistungen unrichtige oder irreführende Angaben macht. Gefälschte, gekaufte oder selbst verfasste Positiv-Bewertungen über das eigene Unternehmen fallen unter diese irreführenden Angaben. Und wer über die Konkurrenz falsche Negativ-Bewertungen streut, verstösst nach Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG gegen das Verbot, andere durch unrichtige oder irreführende Äusserungen herabzusetzen.
Unlautere Geschäftspraktiken und irreführende Werbung lassen sich in der Schweiz beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) melden. Das UWG schützt den lauteren Wettbewerb und den Grundsatz von Treu und Glauben im Geschäftsverkehr. Kurz gesagt: Ehrliche Bewertungen von echten Kunden sind erlaubt und erwünscht – alles andere kann teuer werden.
Auf Bewertungen antworten – wie und warum
Bewertungen sind keine Einbahnstrasse. Google empfiehlt ausdrücklich, auf Bewertungen zu antworten. Antworten zeigen, dass Sie das Feedback Ihrer Kundschaft schätzen. Positive Bewertungen und hilfreiche Antworten helfen Ihrem Unternehmen, hervorzustechen. Das Antworten verbessert Ihr Ranking zwar nicht direkt, macht Ihren Eintrag aber sichtbarer und vertrauenswürdiger.
Bei positiven Bewertungen genügt oft wenig: Sprechen Sie die Person namentlich an, danken Sie ehrlich für das Feedback und bleiben Sie persönlich. Ein kurzer, warmer Satz wirkt besser als eine Standardformel, die unter jeder Bewertung gleich lautet.
Bei negativer Kritik ist die Antwort noch wichtiger. Google rät, professionell und höflich zu bleiben, keine privaten Informationen der bewertenden Person preiszugeben und keine persönlichen Angriffe zu führen. Bei komplexen Fällen verweisen Sie am besten auf einen privaten Kontakt per Telefon oder E-Mail, um das Anliegen dort zu klären. So sehen alle Leserinnen und Leser, dass Sie Probleme ernst nehmen, ohne dass die Diskussion öffentlich eskaliert.
Beachten Sie den Ablauf: Google prüft jede Antwort anhand seiner Inhaltsrichtlinien. Wird eine Antwort nicht genehmigt, müssen Sie sie überarbeiten. Die Prüfung dauert meist bis zu zehn Minuten, in seltenen Fällen bis zu 30 Tage. Die Person, die bewertet hat, wird über Ihre Antwort benachrichtigt.
Wie viele Bewertungen brauchen Sie?
Eine feste Mindestzahl gibt Google nicht vor. Es gibt keinen offiziellen Zielwert und keine magische Sternezahl, ab der Sie automatisch weiter oben erscheinen. Wichtiger als eine hohe Gesamtzahl ist ein stetiger, echter Zufluss neuer Bewertungen, ein solider Durchschnitt und Aktualität. Zwanzig frische, glaubwürdige Bewertungen aus dem laufenden Jahr wirken stärker als hundert alte aus einer einzigen Aktion.
Anhaltspunkte liefert wieder die US-Erhebung von BrightLocal aus dem Jahr 2026. Dort würden 47 Prozent der Befragten kein Unternehmen mit weniger als 20 Bewertungen nutzen, und 74 Prozent bevorzugen Bewertungen aus den letzten drei Monaten. Aktualität ist den Menschen also wichtig. Diese Zahlen stammen ausdrücklich aus den USA und sind keine Schweizer Werte. Als Richtungsweiser taugen sie trotzdem: bauen Sie kontinuierlich auf, statt einmalig zu sammeln.
Für die Praxis heisst das: Machen Sie das Fragen nach einer Bewertung zu einer festen Gewohnheit im Betrieb. Wenn jede Woche ein paar echte Bewertungen dazukommen, wächst Ihr Profil auf natürliche Weise – und bleibt aktuell, glaubwürdig und für Google wie für Ihre Kundschaft überzeugend.
Tipp: Legen Sie einen einfachen Rhythmus fest. Zum Beispiel: Jede zufriedene Kundin, jeder zufriedene Kunde bekommt am Ende des Kontakts die Einladung zur Bewertung – mündlich, auf der Quittung und in der Dankes-Nachricht. Diese kleine Routine bringt über Monate mehr als jede einmalige Aktion.
Häufige Fragen
Darf ich meine Kundinnen und Kunden überhaupt um eine Google-Bewertung bitten?
Ja. Google erlaubt es ausdrücklich, um Bewertungen zu bitten, und stellt dafür sogar einen eigenen Bewertungslink und einen QR-Code bereit. Erlaubt ist es, echte Erfahrungen anzuregen. Nicht erlaubt ist es, im Tausch gegen eine Bewertung Rabatte oder Geschenke zu bieten, nur zufriedene Kunden gezielt auszuwählen (Review-Gating) oder einen bestimmten Inhalt der Bewertung zu verlangen.
Wie viele Google-Bewertungen brauche ich?
Eine feste Mindestzahl gibt Google nicht vor. Wichtig sind ein stetiger, echter Zufluss neuer Bewertungen sowie ein solider Durchschnitt und aktuelle Einträge. In einer US-Erhebung von BrightLocal verlangten 68 Prozent der Befragten mindestens 4 von 5 Sternen, und 47 Prozent würden ein Unternehmen mit weniger als 20 Bewertungen meiden. Diese Zahlen stammen aus den USA und sind nicht 1:1 auf die Schweiz übertragbar, geben aber die Richtung vor: Regelmässig neue, echte Bewertungen sind besser als eine hohe Zahl aus einem einzigen Zeitraum.
Wie mache ich es Kunden am einfachsten, eine Bewertung abzugeben?
Nutzen Sie den kurzen Bewertungslink und den QR-Code aus Ihrem Google-Unternehmensprofil. Sie können beides auf die Quittung drucken, in eine Dankes-E-Mail oder WhatsApp-Nachricht einfügen oder als Aufsteller an die Theke stellen. Je weniger Klicks nötig sind, desto mehr Kunden bewerten tatsächlich. Den QR-Code erstellen Sie über einen Computer-Browser im Profil unter den Rezensionen.
Soll ich auf Google-Bewertungen antworten – und wie?
Ja. Google empfiehlt, auf Bewertungen zu antworten, weil das zeigt, dass Ihnen Feedback wichtig ist, und Ihr Unternehmen hervorstechen lässt. Antworten Sie zeitnah, höflich und persönlich, sprechen Sie die Person namentlich an und danken Sie für das Feedback. Bei negativer Kritik bleiben Sie sachlich, geben keine privaten Daten preis und bieten an, das Anliegen per Telefon oder E-Mail zu klären. Google prüft jede Antwort auf seine Richtlinien; die Freigabe dauert meist wenige Minuten.
Ist es legal, Google-Bewertungen zu kaufen oder selbst zu schreiben?
Nein. Google verbietet gekaufte, incentivierte und gefälschte Bewertungen und kann Ihr Profil dafür einschränken – etwa indem vorhandene Bewertungen entfernt oder neue zeitweise gesperrt werden. In der Schweiz können gefälschte oder selbst verfasste Positiv-Bewertungen zudem gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG, Art. 3) verstossen, da es sich um irreführende Angaben über das eigene Unternehmen handelt. Solche Praktiken lassen sich beim SECO melden.
Helfen mehr Bewertungen, bei Google besser gefunden zu werden?
Ja. Laut Google können mehr Bewertungen und positive Ratings die lokale Platzierung verbessern; sie zählen zum Ranking-Faktor Prominenz. Antworten auf Bewertungen verbessern das Ranking zwar nicht direkt, helfen Ihrem Eintrag aber, hervorzustechen. Entscheidend bleibt, dass die Bewertungen echt sind und aus wirklichen Kundenerlebnissen stammen.
Was mache ich mit einer negativen oder unfairen Bewertung?
Antworten Sie trotzdem – ruhig, sachlich und professionell. Google empfiehlt, keine privaten Informationen der bewertenden Person preiszugeben, keine persönlichen Angriffe zu führen und bei komplexen Fällen zur Klärung auf einen privaten Kontakt per Telefon oder E-Mail zu verweisen. Eine gute Antwort auf Kritik zeigt allen anderen Leserinnen und Lesern, dass Sie Probleme ernst nehmen.
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Artikel von Andrin Leuch, causa logic · Schweizer Digital-Agentur für KMU. Zuletzt aktualisiert: 1. Juli 2026. Mehr über Causa
Offizielle Quellen: Google: Tipps, um mehr Bewertungen zu erhalten · Google: Link oder QR-Code für Bewertungen erstellen · Google: Unzulässige und eingeschränkte Inhalte · Google: Lokales Ranking verbessern · SECO: Unlauterer Wettbewerb (UWG)